Australien – Überschwemmungen, Schlangen, Wirbelsturm

Sintflutartige Regenfälle, Überschwemmungen und unzählige Schlangen in Wohnungsgebieten berichteten Meldungen Anfang Jänner. Der anschließende Wirbelsturm „Yasi“, der Windgeschwindigkeiten von bis zu 300 Kilometer pro Stunde erreichte und eine Länge von 400 Kilometern aufwies, verwüstete erneut große Teile Australiens. Ein Großteil der Ernte wurde vernichtet. Schäden in Milliardenhöhe entstanden.

Es war der schlimmste Sturm, den Australien je erlebt hat, sagen Experten - vielleicht sogar der schlimmste Sturm aller Zeiten.

Persönliches Kommentar:

Als ich die Sicht der geistigen Welt über die Überschwemmungen ins Netz stellte, konnte ich anfangs die Botschaft nicht wirklich zuordnen. Australien war mir nicht bekannt als Land von Unterdrückten. Ja, die Vertreibung der Aborigines, hat stattgefunden, aber schließlich passierte das nicht nur in Australien. Auch Amerika hatte einen Raubbau mit seinen Urvölkern betrieben. Warum also trifft es Australien dermaßen hart? Warum wird die Bevölkerung von Überschwemmungen solchen Ausmaßes getroffen, von Giftschlangen angegriffen und letztendlich noch von einem Wirbelsturm unvorstellbaren Ausmaßes verwüstet?

Die Schlangen als Zeichen des Hochmuts, als Beschützer der Erde, warum krochen sie aus ihren Verstecken und bedrohten die Bevölkerung? Welches Vergehen unterschied dieses Land von anderen?

Die Dynamik, die sich hier entfaltete, entsprang nicht der männlichen sondern der weiblichen Energie. Die Sintflut war eine Reinwaschung von der Sünde. Das Wasser heilt die Verletzung der körperlichen Energie, der Sturm die Verletzung der geistigen Energie.

Und weiters lautete die Botschaft: Die Schlangen sind ein Machtthema. Die Schlange symbolisiert ein königliches Tier und es geht um Hochmut. Gifttiere sind immer ein Hinweis auf Macht und Intrigen. Es geht um Macht, Hass und Wut. Es geht um Gift, um die Vergiftung der Gedanken und den Missbrauch der Sexualität.

Und während ich mich fragte, wann und wie dieser Missbrauch erfolgte, schickte mir das Universum einen Hinweis.

Es war ein Film mit dem Titel „Der lange Weg nach Hause“. Eine wahre Begebenheit, die sich im Zuge der Rassenpolitik Australiens ereignete, die sich wie folgt gestaltete.

Anfang des 20. Jahrhunderts ist das Idealbild des Australiers eine weiße Hautfarbe. Die Aborigines sollen Schritt für Schritt "weggekreuzt" werden. Die offiziellen Stellen verfügen, dass Mischlingskinder zwischen Weißen und Aborigines von ihren Eltern getrennt werden. In den meisten Fällen geschieht das mit Gewalt und unter Vortäuschung falscher Tatsachen. Ein Gerichtsbeschluss ist nicht nötig, um ein Kind in die "Obhut" des Staates aufzunehmen. Die Kinder werden in Heime oder christliche Missionen gesteckt oder an Pflege- oder Adoptiveltern gegeben. Sie sollen so Teil der weißen Gesellschaft werden. Sobald sie im heiratsfähigen Alter sind, werden sie zwangsverheiratet - mit einem oder (seltener) einer Weißen. Der Plan: Innerhalb von drei Generationen sollen so die Aborigines zu Weißen "umgezüchtet" werden.

Viele der Kinder werden zu Haushaltshilfen oder Hilfsarbeitern ausgebildet. Anstatt in Reservaten vom Staat versorgt zu werden, fügt man sie so - meist zu Hungerlöhnen - dem Arbeitsmarkt zu. In den 1930er und 1940er Jahren werden besonders viele Kinder auf staatliche Anweisung hin geraubt. Schätzungen gehen davon aus, dass insgesamt zwischen 50.000 und 100.000 Aborigines-Kinder ohne ihre Eltern aufwachsen müssen. Das Leben in den Heimen und bei den Pflegefamilien ist hart: Prügel, Schikanen und sexueller Missbrauch sind an der Tagesordnung.

Bis 1970 werden Aborigines-Kinder verschleppt und von ihren Familien getrennt. Jede dritte Familie ist auseinandergerissen worden. Ein Großteil der "Stolen Generations" hat traumatische Erlebnisse hinter sich, die ihren weiteren Lebensweg negativ prägen. Entfremdet von ihrer Kultur, ihrer Heimat und ihrer Familie, greifen doppelt so viele von ihnen zu Drogen und landen dreimal so viele im Gefängnis wie Aborigines, die bei ihren Eltern aufwachsen. Die Regierung ignoriert das Problem jahrzehntelang, erst nach und nach rücken die Geschehnisse ins Bewusstsein der australischen Gesellschaft.

Erst am 13. Februar 2008 verliest Premierminister Kevin Rudd eine Erklärung im Parlament, in der er sich im Namen der australischen Regierung bei den Aborigines und speziell bei den "Stolen Generations" entschuldigt. Für den Schmerz und das Leid, für die Demütigungen und Erniedrigungen, dafür, dass Familien und Gemeinschaften auseinandergerissen wurden.

Es ist eine schreckliche Geschichte, und wenn wir diese Zeilen lesen, können wir den den Schmerz der Opfer fühlen. Speziell als Mutter, sowie ich, kann man sowohl das Leid der Kinder als auch der Mütter sehr intensiv nachvollziehen. Und wie sieht es mit den Tätern aus? Verurteilen wir sie in Gedanken? Spüren wir Zorn oder Hass?

Wenn ja, dann ist dies eine Lernaufgabe für uns. Es handelt sich dabei immer um das klassische Opfer-Täter-Retter Rollenspiel, das diesen Planeten solange regierte. In dem Moment, wo wir andere verurteilen, richten wir über sie, und die Rolle des Richters ist nicht die unsere. Das Leben erteilt uns ohnehin unsere Lektionen. "Was wir säen werden wir ernten". Das lehrt uns auch das Gesetz über Ursache und Wirkung. Urteilen wir über andere, werden wir Situationen in unser Leben ziehen, in denen wir selbst zum Täter werden. In weiterer Folge wird sich jemand zur Verfügung stellen, der uns zum Opfer macht.

Auch in unserer Gesellschaft erfahren viele Scheidungs- bzw. Trennungskinder so ein Schicksal. Die Trennung von einer geliebten Person. Welche Rolle würden wir dabei übernehmen Opfer oder Täter? Und wie können wir das verhindern?

Nur indem wir Mitgefühl für beide Seiten entwickeln. Wir können unsere Schuldzuweisungen und Verurteilungen nur dadurch auflösen, indem wir erkennen, dass auch wir nicht frei von Schuld sind. Wir erwarten, dass unsere Fehler verziehen werden. Diese Erwartung sollten wir auch jedem der Schuld auf sich geladen hat und diese bereut zugestehen.

Ein Sprichwort aus Brasilien lautet:

                     Fremde Fehler verurteilen wir wie Staatsanwälte,

                     die eigenen wie Verteidiger

Und was sagt die Bibel:

                     "Verurteilt nicht andere, damit Gott nicht euch verurteilt.

                     Denn euer Urteil wird auf euch zurückfallen,

                     und ihr werdet mit demselben Maß gemessen werden,

                     dass ihr bei anderen anlegt. (Matthäus 7,1)

                     "Werdet barmherzig, so wie euer Vater barmherzig ist.

                     Verurteilt nicht andere, dann wird Gott auch euch nicht verurteilen.

                     Sitzt über niemand zu Gericht, dann wird Gott auch über euch nicht zu Gericht sitzen.

                     Verzeiht, dann wird Gott euch verzeihen. (Lukas 6,36)